Eröffnung des Bürgergartens am Bennohaus Münster

Endlich!!! 😍💪Wir eröffnen den Bürgergarten am Bennohaus!
Am Freitag den 24.05 ab 12.30 gibt es Musik von Kaum Jemand, Getränke und jede Menge nette Gespräche über unser Projekt und wie wir die Welt nachhaltig mit gestalten können!🐝
Wir zeigen euch den Garten und geben viele Informationen über unseren Verein, Seminare und Zukunftspläne.
Ausserdem haben wir diverse Gemüsepflänzchen für euch zum Mitnehmen 🌱
Wie ihr euch am Bürgergarten beteiligen könnt erfahrt ihr natürlich auch!!

Blattbeton x Bennohaus Bürgergarten

„Tear down this wall!“

Der erste Spatenstich ist gemacht – Bürgergarten am Bennohaus im Aufbau.

In Kooperation mit dem Bennohaus entsteht im Ostviertel von Münster ein offener Bürgergarten.

Das Bennohaus hat sich in Münster zurecht einen Namen als Bildungsstelle und Veranstaltungsort aber auch in Sachen Medienkompetenz, Aus- und Weiterbildung im (cross-)medialen Bereich gemacht.

Für uns ein idealer Partner. Und so entsteht auf dem Gelände des Bennohaus an der Bennostraße 5 unser erstes Gartenprojekt – Nachhaltig , Vielfältig und offen für alle interessierten BürgerInnen.

Die ca. 150 qm große Fläche neben dem Haus war lange Zeit unangetastet und schon fast in Vergessenheit geraten. Passend zur neuen Saison wird ihr nun neues Leben eingehaucht.

Unser Verein hat ein Konzept entwickelt und wird mit Unterstützung vom Bennohaus den Bürgergarten gestalten.

In diversen Hochbeeten, Hügelbeeten, Hängekästen & Co sollen Obst und Gemüsesorten angebaut werden. Biologisch und mit dem Fokus auf alte und regionale, samenfeste Sorten.

Dafür wurden diverse Samen auf dem Saatgutfestival in Köln erworben um diese privat vorzuziehen. Ende März können die kleinen Pflänzchen dann nach draußen.Also heißt es fleißig sein und Hochbeete bauen um den Pflanzen ein schönes neues Zuhause zu bieten.

Doch zunächst geht es darum das Gelände urbar zu machen, alte Dornensträucher und kleinere Bäume zu entfernen. Die Äste und Zweige werden zerkleinert und kommen u.A. in unsere Hochbeete. Der Rest kann als Mulch wiederverwendet werden.

Denn: Wir wollen ja nichts wegschmeißen und möglichst viel recyclen und upcyclen.

Durchbruch schafft Offenheit

Am Freitag haben wir die alte Steinmauer durchbrochen – Zeit neue Wege zu schaffen und den Garten langsam für Alle zu öffnen.

Der Durchbruch schafft Platz für ein neues Tor- denn der Bürgergarten am Bennohaus soll zum , entdecken und verweilen aber natürlich auch zum mitmachen einladen. Es wird zukünftig offene Gartenzeiten geben in denen sich einbringen kann wer Lust hat.

Aber auch jetzt ist jede Mithilfe gerne gesehen. Wer also Interesse hat sich einzubringen, tatkräftig oder mit Ideen kann sich gerne bei uns melden. Oder ihr kommt einfach mal Vorbei wenn ihr uns bei der Gartenarbeit seht.

Neben der praktischen Arbeit im Garten sind Seminare und Workshops geplant. Direkt vor Ort in den Räumen des Bennohauses. Es geht also um Nachhaltigkeit und alles was damit zusammenhängt.

Was ist Nachhaltigkeit überhaupt? Wie kann ich meinen Alttag klimafreundlicher gestalten? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Klima und Flucht?

Aber auch Interkulturalität, bürgerschaftliches Engagement sowie diverse sozio-ökologische und gesellschaftliche Themen sollen künftig den theoretischen Hintergrund für unser Projekt bilden. Zudem sollen in Workshops Hochbeete, Insektenhotels oder Vogelhäuschen gebaut werden.

Das Ganze wird freundlicherweise vom Bennohaus medial begleitet.

Die Liste ist lang ,die Pläne sind groß,. Der Anfang aber ist gemacht und wir blicken gespannt auf das was noch kommt.

“Natürlich interessiert mich die Zukunft, ich will schließlich mein ganzes Leben in ihr verbringen.” (Mark Twain)

Ein Tag der Saat! Das Saatgutfestival in Köln

Viele Wege führen zur Vielfalt. Unserer über ein Saatgutfestival in Köln. Uns war schnell klar, dass für uns lediglich samenfestes Saatgut möglichst alter Sorten in Frage kommt:

Um möglichst Schädlingsresistente und witterungsfeste Pflanzen zu ziehen, die zudem wieder neues Saatgut liefern können ist dies der sinnvollste Weg. Zum Glück gibt es Saatgutbörsen und -festivals!

Hier kommen engagierte und interessierte Menschen zusammen, die sogenannte Erhaltungsarbeit leisten, Informationen und Tricks aber auch Saatgut austauschen oder gegen geringe Spenden abgeben. Nach der Anreise mit dem Zug kamen wir nach kurzem Fußweg am Festival an: Schon vor dem Gebäude hatte sich kurz vor der Eröffnung eine lange Schlage an Interessierten gebildet. – Ein gutes Zeichen.

Auf drei Etagen des VHS-Gebäudes finden wir eine fast unübersichtliche Vielfalt an Ausstellern rund um Saatgut, nachhaltige Lebensweisen, Re- und Upcycling-Themen, ökologische Landwirtschaft/Ernährung und vieles mehr.Schnell stellten wir an den Ständen zum Saatguttausch fest, dass es gut war zeitig zu erscheinen: Bereits nach den ersten zwei Festivalstunden sind die Ersten Saatgutstände bereits „Ausgeplündert“. –

Wir hatten Glück und konnten bis dahin viele Interessante Sorten für unseren ersten urbanen Garten ergattern. Nach einer leckeren Stärkung die durch „GoodFood Köln“ (Lebensmittelretter) zu Stande kam, widmeten wir uns den oberen Etagen mit Infoständen und professionelleren Initiativen zur Erhaltung der Saatgutvielfalt: Wahnsinn! – ein ganzerRaum wurde durch „lilatomate“ Komplett mit verschiedenstem Tomatensaatgut gefüllt! – Hier konnte das GärtnerInnenherz so richtig hoch schlagen! – Alles was man sich nur Vorstellen konnte an einem Ort – Da mussten auch wir unsere Neugierde etwas bremsen und nochmal kurz überlegen, was wir denn wirklich noch benötigen.

Denn trotz der geringen Preise und Spenden, die wir für die Saaten zahlten, mussten wir uns irgendwo beschränken. ;)Ein Tag, der unsere diesjährige Saat und viele informative Gespräche mit sich brachte! – Ein vergnügen!

Nachhaltigkeit – zur Einführung

Nach dem der Club of Rome bereits 1972 mit den „Limits of Growth“ eine erste Debatte über Nachhaltigkeit anstieß, kam der Begriff der Nachhaltigkeit mit dem 1987 veröffentlichten Bericht „Our Common Future“ der Weltkomission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen auf die politische Landkarte .

Die „Brundtlandkommision“ rückte das Thema Nachhaltigkeit erstmalig in das Licht einer breiten Öffentlichkeit, und prägte den Begriff der nachhaltigen Entwicklung.

Die nachhaltige Entwicklung wurde hier definiert als „ eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“.1

Der Begriff der Nachhaltigkeit kommt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass immer nur so viele Bäume gefällt werden, wie auch nachgepflanzt werden. Es geht also darum, den Baumbestand zu erhalten eine Übernutzung dieser natürlichen Ressource zu verhindern um auch in Zukunft von ihr Leben zu können.

Das Prinzip, dass dem Begriff der Nachhaltigkeit zugrunde liegt, ist zunächst also relativ simpel. Es handelt sich also um einen Lebensstil, der jetzigen und künftigen Generationen nicht die Lebensgrundlage entzieht.

Wurde der Begriff anfangs weitestgehend auf ökologische Nachhaltigkeit begrenzt, geht es in der aktuellen Diskussion zudem auch um soziale Nachhaltigkeit und einen Ausgleich des Nord-Süd Gefälles, also um eine Art von nachhaltiger Gerechtigkeit.

Das Ziel ist es hierbei, ein Angleichen des Wohlstandsniveaus zu erreichen.

Für die Diskussion um nachhaltige Lebensstile und Wirtschaftsweisen ist das Nord-Süd-Gefälle von besonderer Bedeutung, da mit dem wirtschaftlichen Aufstieg der Entwicklungs- und Schwellenländer eben auch ein Anstieg des Ressourcenverbrauchs und der Umweltbelastung erwartet wird.

Im 2011 erschienenen „Bericht über die menschliche Entwicklung“ schreibt die Leiterin des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), Helen Clark :

„Es geht im Grunde darum, für welche Art der Lebensführung wir uns entscheiden, in dem Bewusstsein, dass alles, was wir tun, Folgen für die sieben Milliarden Menschen hat, die heute mit uns zusammen diesen Planeten bevölkern, aber auch für die vielen weiteren Milliarden, die in den Jahrhunderten nach uns auf ihm leben werden.“ 2

Nachhaltiges Wirtschaften und soziale Nachhaltigkeit im Bezug auf das Nord-Süd -Gefälle und eine Form von nachhaltiger Gerechtigkeit, bedeutet den ärmeren Nationen eine freie Wahl des Lebensstil zu gewährleisten. Diese (ökonomische) Entwicklung soll möglichst nachhaltig gestalten werden.

Die ärmsten Nationen sind zumeist besonders Abhängig von natürlichen Ressourcen und am stärksten von den Folgen der Umweltzerstörung betroffen, da die Bevölkerung in großen Teilen der Entwicklungs- und Schwellenländer besonders abhängig von Subsistenzwirtschaft sind.

Somit spüren die Ärmsten die (globalen) Folgen nicht nachhaltiger Produktions- und Konsumweisen am deutlichsten.

Die (westlichen) Industrienationen sind wenn überhaupt nur in sehr geringem Maße auf Subsistenzwirtschaft angewiesen.

Subsistenzwirtschaft wäre aber ein wichtiger Baustein einer nachhaltigen Lebensweise und förderlich für die Ausprägung eines Umweltbewusstseins. Bewusster Konsum und mehr Konsumentensouveränität wären die Folge.

Hinzu kommt, dass große Bevölkerungsteile ihren Lebensunterhalt nicht nachhaltig erwirtschaften.

Zum einen mangelt es an Aufklärung , zum anderen aber machen es ökonomische Zwänge oftmals schlichtweg nicht möglich nachhaltiger zu Wirtschaften.

In diesem Zusammenhang stellt auch die globale Ausbeutung natürlicher Ressourcen im großen Stil und die (damit einhergehende) Umweltzerstörung, durch internationale Großkonzerne, ein großes Problem dar. Nachhaltige Lebensweise muss also zum einen durch eine Bewusstseinsbildung angeregt werden – Sie muss aber auch ökonomisch möglich sein.

Ideal wäre es also, wenn sich nachhaltige Wirtschaftsformen auch ökonomisch „lohnen“ würden, auch wenn nachhaltiges Handeln grundsätzlich intrinsisch motiviert sein sollte.

Wir finden, dass Nachhaltiges Handeln und Wirtschaften vom Image der „Gutmenschen“, der „Ökos“ und der „Erhobenen Zeigefinger“ befreit werden muss. Nachhaltigkeit sollte weder schick sein noch Luxus sondern selbstverständlich.

Denn Nachhaltigkeit lohnt sich für alle und jeder Schritt in die richtige Richtung ist eben ein Schritt in die richtige Richtung.

1 Udo E. Simonis, Öko Lexikon 2003, Seite 136

2 www.dgvn.de/meldung/nachhaltigkeit-und-gerechtigkeit-gehoeren-zusammen